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Wir sind die Bürgerinitiative „Gegenstrom“ aus Buttstädt und wehren uns gegen den Bau eines Mega-Solarparks auf wertvollem Ackerboden. Unsere Dörfer sind bereits durch 53 Windkrafträder belastet. Nun befürchten wir die weitere Zerstörung unserer Landschaft und Naturräume sowie das Einkesseln unserer Dörfer durch massive Energieinfrastruktur. Nach der formalen Ablehnung unseres Bürgerbegehrens haben wir Klage eingereicht und sammeln nun Spenden für die anstehenden Prozesskosten.
Unmittelbar hinter unseren Dörfern drehen sich 53 Windräder. Bald könnten es siebzig sein. Dann sprechen wir vom wohl größten Windpark Thüringens; aktuell ist es der zweitgrößte. Damit leisten wir seit 20 Jahren einen enormen Beitrag zur Energiewende und nehmen alle damit verbundenen ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen in Kauf. Ist das nicht genug? Nein, nun soll am Rande unserer Dörfer zusätzlich der größte Solarpark Thüringens entstehen: auf einer Fläche von 209 Hektar, auf wertvollem Ackerboden, in der trockensten Region Thüringens! Im benachbarten Kleinneuhausen soll sich ein weiterer, 70 Hektar großer Solarpark anschließen. Das bedeutet ein massives Aufrüsten an technischer Infrastruktur, die unsere Dörfer zu ersticken droht.
Zu viel Energie: Warum wir uns wehren
Wir meinen: Das ist „zu viel Energie“, so auch der Titel unseres BI-Liedes. Dabei haben wir gar nichts von der ganzen Energie. Via Transfernetz fließt diese vollständig weg von hier. Das heißt: Wir opfern unsere Lebensgrundlagen, damit ein unbekannter Investor noch reicher wird.
Der Solarpark würde unsere Kulturlandschaft in der „Kornkammer Thüringens“ zerstören, die die Identität der Menschen hier geprägt hat. Auch deshalb engagieren wir uns für den Erhalt unserer Landschaft, Lebensräume für Mensch und Tier und die Zukunft unserer Kinder.
Vom blockierten Bürgerbegehren zum Klageweg
Nach dem knappen Abstimmungsergebnis im Gemeinderat für den Solarpark (11 : 10), in geheimer Wahl beschlossen, haben wir bei der Gemeinde Buttstädt einen Antrag auf Zulassung eines Bürgerbegehrens gestellt. Unser Ziel: Die Bürger sollen selbst entscheiden, ob sie diesen Solarpark wollen oder nicht.
Der Bürgermeister hat unseren Antrag aufgrund von Formfehlern abgelehnt. Das Land Thüringen sieht in solchen Fällen kein Widerspruchsrecht vor. So bleibt uns nur der Klageweg. Fachanwälte haben den abschlägigen Bescheid in unserem Auftrag geprüft. Im Ergebnis haben wir am 11. Mai 2026 beim Verwaltungsgericht Weimar Klage gegen die Gemeinde Buttstädt eingereicht. Dabei wird sich die gerichtliche Auseinandersetzung wohl nicht allein um den Solarpark drehen, sondern auch um eine Frage grundsätzlicher Natur: Darf Bürgerbeteiligung an vermeintlich formalen Fehlern scheitern, wenn viele Menschen einer Region ernsthafte Bedenken haben?
Prozesskosten und Finanzierung: Jeder Euro stärkt uns den Rücken
Die Anwalts- und Prozesskosten werden insgesamt etwa 8.000 Euro betragen. Ein Teil dieser Kosten ist im Voraus zu zahlen, z. B. für den Richter und unseren Anwalt. Deshalb sammeln wir schon jetzt Spenden. Unsere Bürgerinitiative kann diese Summe nicht allein aufbringen. Wir arbeiten ehrenamtlich, kämpfen für die Bürgerrechte und opfern dafür das Gros unserer Freizeit.
Deshalb bitten wir alle, die selbst betroffen sind oder mit uns fühlen, um Unterstützung. Jeder Euro hilft, uns den Rücken zu stärken und unseren Weg weiterzugehen. Alle die Klage betreffenden Ausgaben werden wir laufend auf unserer Webseite offenlegen. Ob wir die Gesamtsumme am Ende vollständig bezahlen müssen, hängt vom Ausgang des Prozesses ab.
Unser Versprechen: Evtl. Spendenüberschüsse fließen in den Naturschutz
Wenn wir den Gerichtsprozess verlieren, kostet uns das ca. 8.000 Euro. In diesem Fall haben wir alle Prozesskosten und Anwaltshonorare zu tragen – die des gegnerischen Anwalts eingeschlossen.
Wenn wir den Gerichtsprozess gewinnen, werden wir jeden Spenden-Euro, der nicht für die Klage verwendet werden muss, in ein (noch unbestimmtes) lokales Naturschutzprojekt investieren. Auch in diesem Fall ist die laufende Information in Sachen Projektauswahl und Verwendung der Spendengelder für uns Ehrensache.
Mehr als ein Solarpark: Für Bürgerrechte und Naturschutz
Wer spendet, fördert unser Anliegen ganz konkret, nämlich die Durchsetzung des Bürgerentscheids zum Solarpark Ellersleben. Gleichzeitig trägt jede Spende dazu bei, ein grundlegendes Recht auf Mitbestimmung zu verteidigen, wenn es um Entscheidungen geht, die die Lebensgrundlagen der Allgemeinheit gefährden.
Wir danken allen, die uns unterstützen, diesen Aufruf mit anderen teilen oder einfach nur versuchen, sich in unsere Lage zu versetzen.
Weitere Infos über uns: www.bi-gegenstrom.de
Und hört mal, was wir in unserem BI-Song zu sagen haben: https://www.youtube.com/watch?v=yIRKM-AFiOU
Danke für eure Aufmerksamkeit und herzliche Grüße!
Eure Bürgerinitiative „Gegenstrom“
Postskriptum: Grundsätzlich gehören wir zu den Verfechtern erneuerbarer Energien. Aber wir wehren uns gegen die Überlastung einzelner Orte und gegen die systematische Zerstörung von Landschaften, Naturräumen und Ackerböden. Gleichzeitig versuchen wir, der Profitgier Einzelner auf Kosten der Allgemeinheit etwas entgegenzusetzen.Beim Spenden kann ausgewählt werden, ob der eigene Name öffentlich sichtbar sein soll. Das schafft auf Wunsch Anonymität.
Organizer and beneficiary
Sylke Schröder-Kolata
Beneficiary

